FÜNF FILME UND EIN EXTRA.

Die Alpen sind ein Versprechen.

Ein Gebirge voller Geschichte und Geschichten, voller Mythen und Mysterien, Märchen und Magie.

Die Alpen bieten uns Räume: um Abenteuer zu erleben, uns zurückzuziehen, Grenzen auszuloten, um zu träumen und zu gestalten. Ausgewählt von Autor und Filmemacher Tom Dauer präsentieren wir fünf Filme, in denen die Gipfel und Täler, Wände und Kare zu Hauptdarstellern werden – und die Menschen zu staunenden Besuchern.

7 SUMMITS OF BAVARIA –
von Caja Schöpf

Eine diplomierte Sportpsychologin und ein staatlich geprüfter Berg- und Skiführer begeben sich auf Skitourenreise zu den höchsten Gipfeln Bayerns – nach ihrer Rückkehr werden sie getrennt voneinander befragt …

Caja Schöpf und Ludwig Karrasch sind seit vielen Jahren befreundet und sehr oft gemeinsam in den Bergen unterwegs. Sie war erfolgreiche Freestyle-Fahrerin und studierte Sportpsychologie, er ist als Bergführer sommers wie winters in den Alpen unterwegs. Zusammen wollen sie die sieben höchsten Gipfel der sieben bayerischen Gebirgszüge auf Ski besteigen. Ihr Unternehmen führt Caja und Ludwig vom Westen in den Osten Bayerns, von den Allgäuer über die Ammergauer Alpen und das Wettersteingebirge in die Bayerischen Voralpen, das Karwendel, die Chiemgauer und zuletzt in die Berchtesgadener Alpen. Der Plan klingt gut. Was daraus wurde, warum Skibergsteigen nicht immer toll ist, wie E-Bike-Akkus auf Kälte reagieren und was der Unterschied zwischen einem guten und einem sehr guten Gast ist, resümieren Caja und Ludwig rückblickend – naturgemäß haben sie einen sehr unterschiedlichen Blick auf das Geschehene.

Länge: 19 Min.

BRAUNKEHLCHEN – HAFTS EDIT
von Jan Haft

Der Puls der Natur schlägt im Viervierteltakt. Den Beweis dafür erbringt der renommierte Naturfilmer Jan Haft mit einem Kurzfilm über die heimische Vogelwelt.

Der Komponist und Techno-DJ Dominik Eulberg ist ein großer Vogelliebhaber. Für sein jüngstes Werk ließ er sich vom „Braunkehlchen“ inspirieren, einem wunderschönen, verspielten, aber leider selten gewordenen Singvogel unserer Breiten. Dieses Musikstück wiederum veranlasste den Naturfilmer Jan Haft, eine faszinierende Collage aus Nah- und Großaufnahmen zu schaffen. „Der scheinbar monotone, endlose Viervierteltakt elektronischer Beats spiegelt in meinen Ohren den Puls der Natur wider wie keine andere Art von Musik“, sagt Jan Haft. Von einem treibenden Rhythmus getragen, hat in diesem Kurzfilm so gut wie jeder Vertreter der heimischen Vogelwelt seinen Auftritt. Ein eindrucksvolles, berührendes und manchmal auch sehr komisches Meisterwerk.

Länge: 5.30 Min.

Foto: Andreas-Hartl (2), Thomas Heckner (1)

NORTH 6 – SIMON GIETL & ROGER SCHÄLI
von Frank Kretschmann

Sie gelten als die sechs Großen der Alpen: die Nordwände von Großer Zinne, Piz Badile, Matterhorn, Eiger, Petit Dru und Grandes Jorasses. Simon Gietl und Roger Schäli wollen sie nonstop nacheinander durchsteigen.

In seinem Klassiker „Sterne und Stürme“ schrieb der französische Bergführer Gaston Rébuffat bereits vor knapp 70 Jahren über die sechs schattigen Fluchten: „Ein erfüllter Traum gebärt einen neuen Traum, und nun wollte ich alle großen Nordwände bezwingen.“ Sie zu meistern, ist für viele Bergsteiger ein Lebensziel, der Grand Slam des Alpinismus. Der Schweizer Roger Schäli und der Südtiroler Simon Gietl haben alle sechs Wände sogar mehrfach durchstiegen. Doch auch sie haben einen neuen Traum: Ihr Ziel ist, die ikonischen Wände nonstop zu begehen und die Distanzen zwischen den Gipfeln aus eigener Kraft zu bewältigen. Als sie an einem kühlen Herbstmorgen aufbrechen, liegt vor ihnen ein schier unmögliches Unterfangen: 1000 Kilometer Strecke, 30770 Höhenmeter Aufstieg und 29470 Höhenmeter Abstieg, die sie auf dem Rennrad, zu Fuß, am Seil und mit Gleitschirm bewältigen wollen. Auch für die erfahrenen Ausnahmekönner ist dies eine besondere Bergfahrt. Denn sie selbst wissen am allerbesten, dass man den Großen Nordwänden nur behutsam und demütig begegnen sollte.

Länge: 25 Min.

DER VERGESSENE WEG
von Tobias Corts und Sven Jansel

Die Schobergruppe in den Hohen Tauern ist ein Kleinod, wild und ursprünglich – seine Schutzhütten werden von Menschen bewirtschaftet, die der Stille zuhören können.

„Der Vergessene Weg“ erzählt die Geschichte von Menschen, die einen Teil des Jahres fernab jeglicher Zivilisation verbringen. Ramona, Claudia und Franz Aßlaber füllen die Wangenitzseehütte mit Leben. Christian Krüger findet auf der Nossberger Hütte die Einsamkeit, die er im Herbst auch gerne wieder gegen Gesellschaft tauscht. Herbert Mayerhofer und sein Sohn Lucas stehen in der Elberfelder Hütte den Begehern des Wiener Höhenwegs mit Rat und Tat zur Seite. Jener Weg führt seit knapp einem Jahrhundert durch das wilde Herz des Nationalparks Hohe Tauern. Oft gemacht wird er nicht, liegt die Schobergruppe doch im Schatten des Großglockners, der die Besucher in Scharen anzieht. Dafür gewinnt auf dem „Vergessenen Weg“ die Zeit eine andere Bedeutung.

Länge: 30 Min.

DIE KUNST, EINEN BERG ZU BESTEIGEN
von Tom Dauer

Reinhard Karl kam viel zu früh, im Alter von 35 Jahren, am Cho Oyu (8153 m) ums Leben. In seinen Texten und Fotografien jedoch lebt er weiter – ebenso wie in den Werken einer jungen Künstlerin.

Mit seinem Text-Bildband „Erlebnis Berg: Zeit zum Atmen“ gab der Bergsteiger, Schriftsteller und Fotograf Reinhard Karl (1946–1982) dem Lebensgefühl einer Generation von Bergsteigern und Kletterern Ausdruck. Wie kaum ein anderer verstand es der Heidelberger, seinem eigenen Erleben, seinen Gedanken und Gefühlen am Berg in Wort und Bild Ausdruck zu verleihen. Leider kam Reinhard Karl viel zu früh, im Alter von 35 Jahren, am Cho Oyu (8153 m) ums Leben. In seinen Texten und Fotografien jedoch lebt er weiter. Dass seine Werke bis heute nichts von ihrer Einzigartigkeit verloren haben, zeigt Autor und Filmemacher Tom Dauer am Beispiel der Künstlerin Clara Happ. Die 30-Jährige gestaltet Holz- und Linolschnitte nach Vorlage von Reinhard Karls Fotografien. Dabei geht es ihr nicht um detailgetreue Wiedergabe. Clara Happ versucht zu verstehen, was die berührende Kraft der Texte, was die zeitlose Ästhetik der S/W- und Farbbilder Reinhard Karls ausmacht – und transportiert deren Schönheit mit analoger Technik in die Gegenwart.

Länge: 20 Min.

Fotos: Archiv Eva Altmeier

GERWENTIL
von Christoph und Philipp Kaar

Der althochdeutsche Name „Gerwentil“ verlieh dem Karwendel seinen Namen. Das aber ist schon das Einzige, was drei Freerider von diesem wilden, mystischen Gebirge wissen …

Vermutlich war es ein junger Bajuware mit dem kriegerischen Namen „Gerwentil“, der „Speerschüttler“, der sich ums Jahr 1000 herum am Fuß des Gebirges niederließ, das heute seinen Namen trägt. Auf seiner Nordseite, am Großen Ahornboden, verlieren jahrhundertealte Ahornbäume jedes Jahr ihr Herbstkleid, um sich auf den kalten Winter vorzubereiten. Dann wird es einsam um sie herum, und nur ab und an machen sich Menschen auf, um in steilen Hängen und engen Rinnen feine Linien in den Schnee zu ziehen. Ob sich die Filmemacher und Freerider Christoph und Philipp Kaar zurecht bei ihrem Tun beobachtet fühlen? Schließlich waren die Ahorne schon da, als Gerwentil die Wildnis urbar machte.

Länge: 15 Min.

Foto: Lukas Cairns (1)